Patienten ABC

Ein ABC der Herz-Kreislauf-Medizin

Angina pectoris: Die Angina pectoris ist ein anfallsweise auftretendes Druck- oder Schmerzgefühl hinter dem Brustbein mit Ausstrahlung meist in Schulter, Arme, Rücken, Hals oder Oberbauch. Häufig kommt es zu einem charakteristischen Beengungs- und Vernichtungsgefühl. Typisch ist der meist bestehende Zusammenhang der Beschwerden mit körperlicher Belastung und Kälte. Sie wird verursacht durch eine Arteriosklerose mit Verengung der Herzkranzarterien. Allerdings sind die Symptome, insbesondere bei Frauen und Diabetikern, nicht immer eindeutig und verlangen eine weitgehende Erfahrung des Arztes.

Antikoagulation: Hemmung der Blutgerinnung mittels Medikamenten.

Ballondilatation: Erweiterung von Blutgefäßen oder Herzklappen mittels eines am Katheter befestigten Ballons.

Belastungs-EKG: Durchgehende Registrierung eines Elektrokardiogrammes (EKG) während einer körperlichen Belastung auf dem Fahrradergometer.

Bradykardie: Ein langsamer Herzschlag, der normalerweise unter 60 Schlägen pro Minute liegt. Ursachen sind Störungen der Erregungsbildung (kranker Sinusknoten) und Erregungsleitung (z. B. AV-Block) des Herzens.

Cardiogoniometrie: Dreidimensionales EKG zur Erkennung von Herzerkrankungen.

Elektrokardiogramm (EKG): Eine Methode, um den Herzrhythmus darzustellen. Ein EKG zeigt, wie elektrische Impulse durch das Herz wandern. Hierdurch können Herzrhythmusstörungen dokumentiert werden.

Defibrillator (ICD): Ein spezielles Aggregat, das abnormal schnelle Herzrhythmen erkennt und behandelt. Das ICD-System besteht normalerweise aus einem implantierten Impulsgenerator und einer oder mehreren Elektroden, die zum Herz führen. Das System wird mit Hilfe eines externen Programmiergeräts eingestellt.

Elektrophysiologische Untersuchung (EPU): Eine kathetergestützte Untersuchung, bei der Elektroden in das Herz vorgebracht werden, um elektrische Signale im Herzen zu identifizieren und zu messen. Die Untersuchungsergebnisse können dem Arzt helfen, die abnormalen Herzrhythmen zu erkennen, zu bestimmen, wie gut die Medikamente wirken, und zu entscheiden, was für den Patienten die beste Behandlungsmethode ist.

Echokardiographie: Mit Hilfe von Ultraschall gewonnene Schnittbilder des Herzens. Wie beim Echolot werden ausgesandte Ultraschallwellen wieder aufgefangen und sichtbar gemacht. Die Untersuchung kann von der Brustwand aus (transthorakal) oder über die Speiseröhre (transoesophageal) durchgeführt werden.

Herzinfarkt: Der Herzinfarkt ist ein plötzlich eintretendes Ereignis mit Zerstörung von Herzmuskelgewebe, verursacht durch eine akute Unterversorgung mit Sauerstoff, z. B. durch Verengung/Verschluss zuführender Gefäße (sog. Herzkranzarterien; akutes Koronarsyndrom).

Herzinsuffizienz: Die Herzinsuffizienz bezeichnet eine krankhaft verminderte Pumpfunktion des Herzens. Dadurch kann es zu einer unzureichenden Versorgung des Körpers mit Blut und Sauerstoff und zum Blutstau in der Lunge und anderen Organen kommen.

Herzkranzgefäße (Koronargefäße): Feine Gefäße, die den Herzmuskel selbst mit sauerstoffreichem Blut versorgen. Ein plötzlicher Verschluss dieser Gefäße führt zu einem Herzinfarkt.

Herzrhythmusstörung: Unter Herzrhythmusstörungen versteht man eine Störung der normalen Herzschlagfolge. Sie wird durch krankhafte Vorgänge bei der Erregungsbildung und -leitung im Herzmuskel verursacht.

Kardiomyopathie: Krankheit des Herzmuskels, die mit einer Beeinträchtigung der Pumpfunktion des Herzens einhergeht.

Klappeninsuffizienz: Undichtigkeit einer Herzklappe.

Klappenstenose: Verengung einer Herzklappe.

Koronare Herzkrankheit: Die koronare Herzkrankheit (KHK) entsteht durch eine Verengung durch Herzkranzgefäßen hervorgerufen von Fett- bzw. Kalkablagerungen an den Innenwänden der Gefäße. Der Herzmuskel wird dann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Eine KHK kann zu weiteren schweren Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) führen.

Koronarstenose: Verengung einer Herzkranzarterie.

Magnetresonanztomographie des Herzens (Kardio-MRT): Modernes bildgebendes Verfahren, welches auf Magnetfeldern beruht. Die Patienten müssen bei der Untersuchung in einem tunnelförmigen Untersuchungsgerät längere Zeit sehr ruhig liegen.

Myokarditis: Eine meist durch Viren ausgelöste Entzündung des Herzmuskels.

Perikarditis: Entzündung des Herzbeutels.

Restenose: Erneute Verengung einer Herzkranzarterie nach einer vorangegangenen Erweiterung.

PTCA: Siehe Ballondilatation

PTA: Erweiterung von Blutgefäßen mittels Kathetertechnik.

Spiroergometrie: Ein diagnostisches Verfahren, bei dem durch Messung von Atemgasen während körperlicher Belastung die Reaktion von Herz, Atmung und Stoffwechsel sowie die kardiopulmonale Leistungsfähigkeit qualitativ und quantitativ untersucht wird.

Stent: Hülsenförmiges Drahtgeflecht, das mittels eines Ballonkatheters in ein Blutgefäß eingebracht werden kann, um die Durchblutung sicher zu stellen.

Stress-Echokardiographie: Sensitive Methode zur Erkennung von Durchblutungsstörungen des Herzens unter körperlicher oder pharmakologischer Belastung

Supraventrikuläre Tachykardie (SVT): Eine Herzrhythmusstörung mit zu schnellem Herzschlag, die in den Herzvorhöfen entsteht.

Synkope: Bewusstseinsverlust bei vermindertem Blutfluss zum Gehirn (Adams-Stokes-Anfall). Ursache kann u. a. eine Herzrhythmusstörung oder ein Herzklappenfehler sein.

Tachykardie: Herzrhythmusstörung mit zu schnellem Herzschlag.

Valvuloplastie: Aufdehnung einer verengten Herzklappe, zum Beispiel mit einem Ballonkatheter.

Ventrikuläre Tachykardie (VT): Ein viel zu schneller Herzschlag, der in den Herzkammern entsteht. Der schnelle Herzschlag von 120-250 Schlägen pro Minute kann zu Schwindelgefühlen, Schwäche, Sehstörungen und schließlich zur Bewusstlosigkeit (Synkope) führen.

Wolff-Parkinson-White-(WPW-)Syndrom: Angeborene Störung der Erregungsleitung innerhalb des Herzens, gelegentlich mit Tachykardien verbunden.