Lungenerkrankungen

Lungenerkrankungen können z.B. durch chronische Entzündungen, Infektionen, Medikamente, Gefäßschäden, Blutgerinnsel oder genetische Ursachen verursacht sein. Auch Herzerkrankungen können zu Lungenerkrankungen führen und umgekehrt.

Lungenerkrankungen können z. B. durch Infektionen, langjährige Schädigungen, Fehlsteuerungen des Immunsystems oder genetische Besonderheiten entstehen. Sie führen über verschiedene Mechanismen meist zu einer Einschränkung des Gas-Austauschs. Wird nicht mehr genug Sauerstoff in den Körper aufgenommen (und Kohlenstoffdioxid abgegeben) leidet der Patient häufig an Atemnot als Hauptbeschwerde. Von der Lunge ausgehende Symptome werden regelhaft als sehr bedrohlich empfunden. Für die Lebensqualität bedeutet dies nicht selten eine erhebliche Einschränkung. Daher ist nicht nur für den Verlauf einer Lungenerkrankung, sondern auch für das Leben mit einer kranken Lunge eine optimale Diagnostik und Therapie entscheidend.

Auch im Brustkorb liegen Herz und Lunge eng nebeneinander, und sie arbeiten sozusagen „Hand in Hand“. Während die rechte Herzkammer die Durchblutung der Lunge sicherstellt, pumpt das linke Herz frisch mit Sauerstoff angereichertes Blut in das Gefäßsystem des großen Körperkreislaufs. So ist auch die enge Auswirkung von Herzerkrankungen auf die Lunge bzw. von Lungenerkrankungen auf das Herz zu erklären.

Asthma bronchiale:

Asthma wird durch eine chronische Entzündung der Bronchial-Schleimhaut gekennzeichnet, die häufig allergischer Ursache ist. Bedingt durch eine Schwellung und vermehrte Schleimbildung kommt es zu Anfällen mit Luftnot, pfeifenden Atemgeräusche oder auch Reizhusten.

Insbesondere bei Kindern kann die eigene Wahrnehmung der Atemnot fehlen, sie fallen dann z.B. durch die pfeifende Atmung beim Sport auf. Ziel der Therapie ist es, die zugrunde liegende Entzündung einzudämmen und dem Patienten ein völlig normales Leben zu ermöglichen.

Ein akuter Asthma-Anfall muss immer ernst genommen werden. Falls das verschriebene Asthmaspray nicht hilft, sollte der Rettungsdienst verständigt werden.

COPD:

Eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung ist Folge einer langjährigen entzündlichen Schädigung von Bronchien und Lungengewebe. Tabakrauch ist der häufigste Auslöser, jedoch können auch andere organische oder anorganische Stäube zugrunde liegen. So kann eine langjährige Tätigkeit z.B. als Schweißer oder in Bergbau oder Landwirtschaft ebenfalls eine COPD auslösen.

Hauptsymptome einer COPD sind chronischer Husten sowie Atemnot bei Belastung.

Systemerkrankungen

Dieser Begriff bezeichnet ein Spektrum von Krankheiten, die sich an mehreren Organen manifestieren, ihren Schwerpunkt jedoch häufig in der Lunge haben. Beispiele sind die Sarkoidose, Bindegewebserkrankungen oder Gefäßentzündungen.

Die Auswirkungen rheumatischer Erkrankungen, ebenso wie Nebenwirkungen von Medikamenten oder allergische Reaktionen der Lunge können eine sog. interstitielle Lungenerkrankung auslösen. Auch hier sind klassische Symptome Husten und Atemnot bei Belastung, eventuell kombiniert mit Fieber.

Infektionen

Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger können eine Lungenentzündung hervorrufen. Diese kann typisch mit hohem Fieber und einem schweren Krankheitsbild oder als verzögert („atypisch“) verlaufen. Bei speziellen Patientengruppen, die z.B. Rheumamedikamente einnehmen, sind auch ungewöhnliche Erreger zu berücksichtigen. Dies betrifft z.B. auch die Tuberkulose, die zunehmend häufiger diagnostiziert wird.

Lungenembolien:

Wird geronnenes Blut mit dem Kreislauf in die Lunge verschleppt, spricht man von einer Lungenembolie. Klassische Symptome sind Atemnot, Brustschmerz oder auch ein Kollaps – allerdings können diese Symptome auch vollständig fehlen.

Wenn plötzlich ein größerer Teil der Lungenarterien verlegt wird, muss das rechte Herz mehr arbeiten, um das Blut durch die Lunge ins linke Herz zu befördern, es kommt zu einer akuten Rechtsherzbelastung.

Pulmonale Hypertonie:

Bedingt durch eine fortschreitende Verstopfung der Lungenstrombahn steigt der Druck, den das rechte Herz aufbringen muss, langsam an. Das rechte Herz hat Zeit, sich dieser Anforderung anzupassen, und die Herzmuskulatur des rechten Herzens wird dicker. Der Gasaustausch in der Lunge wird allerdings bei Lungenhochdruck zunehmend beeinträchtigt. Der Patient verspürt eine zunehmende Atemnot bei Belastung, eventuell bestehen dann auch Brustschmerzen und Schwankschwindel.

Seltene Erkrankungen

Eine Reihe seltener Erkrankungen (Eosinophile Pneumonie, Allergisch-Bronchopulmonale Aspergillose, Churg-Strauss-Syndrom, Lymphangioleiomyomatose, Wegener-Granulomatose) manifestieren sich an der Lunge und werden durch den Lungenarzt festgestellt, therapiert und kontrolliert.

Tumor

Auf eine Tumorerkrankung können verschiedene Symptome hinweisen, ohne dass einzelne Symptome jedoch einen Tumor vorhersagen können. In Zusammenhang mit langjährigen Lungenschädigungen gehören insbesondere Bluthusten mit Gewichtsverlust und zunehmender Atemnot sofort abgeklärt.